FST 064  NICE MAN AND THE BAD BOYS - ART OF HANGING OUT

 

                        Forever is a long time without you

                        Lines

                        Hey slinky

                        One minute of your time

                        Punk rock girl

                        Rain rain rain

                        Cayo

                        Love is a game for two to play

                        Bambino

                        Mine mine mine

                        Tambourine

                        Pretty brown eyes

                        Lazybones

                        Cheeky love

                        Nice man RIP

                        Cayo (Demo)

                        Bambino (Demo)

                        Let´s have a meaningfull relationship

 

though now augmented to a full band line-up, the Nice Man moniker is essentially the nom de plume of Francis MacDonald, former BMX Bandit, sometime Teenage Fanclub drummer and proprietor of Shoeshine and Spit And Polish Records.
'The Art of Hanging Out' has taken a couple of years to finally see the light of day, surprisingly on German label Firestation Records this time, rather than on either of his own labels, unlike his singularly credited Nice Man debut ‘Sauchiehall And Hope (A Pop Opera)’, which appeared on Shoeshine in 2002.
Recorded in Spain in 2003, ‘The Art Of Hanging Out’ beefs up proceedings quite substantially since that debut, whilst retaining MacDonald’s long established gifts for a hook and a winsome lyric; his modus operandi not diverting too far from love and girls, which still allows him plenty of room for manoeuvre!
While MacDonald and his new cohorts aren’t exactly treading any fresh ground here, his pop credentials are undeniable and on this evidence nigh on irresistible too. If he can keep churning out reflective pop nuggets of this calibre his increased standing among pop’s higher echelons ought to be guaranteed.
Simplicity is the key, and here they effortlessly navigate their way through the crowded choppy waters of pop wannabees with aplomb. I challenge anyone to deny the power pop thrills of opener ‘Forever Is A Long Time Without You’, the cheekily inventive ‘One Minute Of Your Time’ or the gently majestic instrumental pleasures of ‘Bambino’. Surely, anyone failing to be impressed and enthralled by such melodic gifts would be in possession of a very cold heart indeed.
Arguably as much a guilty pleasure as an innocent one in these increasingly cynical times, the long wait for ‘The Art Of Hanging Out', given the pleasures it provides, was really no time at all. More of this quality, whenever it’s ready, would be most welcome, so I sincerely hope the closing ‘Nice Man RIP’ is merely a MacDonald jest.

Geraint Jones
www.pennyblackmusic.com


Baaah-badap-bap-baaaah… Diese Platte klingt so gar nicht danach, wo sie herkommt. Ohne je in Schottland gewesen zu sein, hinterlässt sie eher einen kalifornischen Eindruck, und der Titel ist nicht gelogen: Gepflegt aushängen, am besten Kette rauchend in der Nachmittagssonne, ist definitiv das beste Vorhaben zu diesem Soundtrack. Musik wie ein Sahnebonbon. So unbeschwert (oder sympathisch abgeklärt?), dass sie eigentlich besser zu endlos ausgedehnten Tagen am Baggersee passt als zum November im Norden. Wahrscheinlich hat Francis MacDonald aka Nice Man (Was für ein Künstlername noch dazu! Too much!) alle achtzehn Songs lässig in einem gemütlichen Sessel liegend eingespielt. Zu immer freundlichen Melodien intoniert er mit weicher Kopfstimme so niedliche Zeilen wie „love is a game / a game should be fun“, was auch für seine Haltung zur Musik zu gelten scheint. Selbst wenn er „Rain, rain, rain“ singt, assoziiert man dazu eher Schmetterlinge als Regentropfen. Aber nicht einlullen lassen! Hinter solch harmlos daherkommenden Wattewolken lauern so einige kleine Gemeinheiten – siehe „Let’s Have A Meaningful Relationship“. Beach Boys-mäßige Hintergrundchöre, klassische Rock’n Roll-Rhythmen und erfrischend schmuckloses Gitarrengeschrabbel à la Ramones wie in „Punk Rock Girl“ werden auf diesem Album unkompliziert nebeneinander gestellt – hier hatte jemand Spaß und eine dicke Portion Selbstironie im Gepäck. Der nette Mann aus Glasgow ist ein bescheiden auftretender Alleskönner: Gründer der BMX Bandits und des schottischen Indie-Pop Labels Shoeshine Records, Drummer bei Teenage Fanclub, und auf seinem Solo-Debut „Sauciehall and Hope (A Pop Opera)“ hat Francis alle Instrumente selbst gespielt… very self-made. Very nice.

(as) Diggla


Und noch mehr Teenage Fanclub. Hinter den unscheinbaren Nice Man and the Bad Boys verbirgt sich der musikalische Multiaktivist Francis McDonald, der bei Teenage Fanclub die Trommel rührt, mit seiner band BMX Bandits unterwegs ist und auch noch wesentlich am schottischen Indiepoplabel Shoeshine Records beteiligt ist. Nice Man and the Bad Boys ist zunächst eine Art Soloprojekt von McDonald, doch mit Jamie Cameron, Stuart Kidd und Brian McEwan hat er feste Mitstreiter. Auf „The art of hanging out“ zieht McDonald nahezu alle Register eingängiger Popmelodien, sodass es ein leichtes sein sollte, bei den fünfzehn Songs des Albums einfach abzuhängen. „Forever is a long long time without you“ heißt es zum Beginn des Albums. Auch McDonald scheint sich mit seinen zahlreichen Projekten unverzichtbar machen zu wollen im popglobalen Musikgedächtnis. Mit „Lines“ gelingt ihm dies zunächst scheinbar spielerisch. Nach und nach jedoch rockt sich das Solobandprojekt dann zusammen. „One minute of your time“ und „Punk rock girl“ gehören eigentlich zusammen, die Trennung nimmt lediglich die Tracklist der Titel vor, und könnte auch als kleine Reminiszenz an die Ramones verstanden werden. Doch hier wird nichts übertrieben. Zwar werden die Songs nur unwesentlich länger, und auch thematisch bewegt es sich meist um das größte und wichtigste Thema der zwischenbeziehlichen Menschheit. Doch McDonald bleibt bei Songs wie „Cayo“, „Love is a game for two to play“ oder „Tambourine“ bei seinem Handwerk, Belle and Sebastian und natürlich Teenage Fanclub lassen grüßen. Und am Ende wird gar an Sonic Youth verwiesen. Eine kleine, keine umfassende, aber sehr hörenswerte Führung in die musikalischen Vorlieben McDonalds. Das wird noch längst nicht alles gewesen sein, da kommt bestimmt noch mehr in nicht allzu ferner Zukunft. [flo]

 

www.elisabett.de



ein album geht auf europareise. vor mehr als einem jahr veröffentlichte francis macdonald (teenage fanclub, ex-bmx bandits) „the art of hanging out“ als zweites werk seines soloprojekts nice man auf dem kleinen spanischen label zebra records, bevor er es auf der webseite seiner glasgower plattenfirma shoeshine records als download anbot. nun haben sich die freundlichen kollegen von firestation records aus berlin der sache nochmals angenommen. wie schon auf dem debut „sauciehall and hope“ wird sehr schnell offenbar, dass der gute mr. macdonald viel zeit mit den alten romantikern norman blake und duglas t. stewart verbringt. dann werden bekanntlich bei einer guten tasse tee ganz gerne mal die alten lps von big star, the byrds, gram parsons oder brian wilson auf den plattenteller gelegt. und das songwriting auf „the art of hanging out“ unternimmt gar nicht erst den versuch, diese vorbilder zu leugnen. es geht also eher zwei schritte zurück als einen voran auf der suche nach der einzig wahren liebe. dafür lässt man auch gerne mal die möglichkeit eines kurzfristigen amourösen abenteuers ungenutzt vorbeiziehen: „my conscience is clear but my heart’s fucked up“, singt francis bei dem bereits von der „pop you 4“- compilation bekannten bonus track „let’s have a meaningful relationship“. das erhabene „forever is a long time without you“ wie auch der power-pop eines „pretty brown eyes“ oder „punk rock girl“ erzählen herzzerreißend von verpassten chancen und der verflossenen liebe. dabei schaffen es bands aus glasgow irgendwie immer wieder, die textliche tragik ihrer alben auch noch heiter klingen zu lassen. wie schrieb duglas t. stewart über „sauciehall and hope“ so wahr: “… and thanks for making a record that will surprise and possibly even scandalise some because it doesn’t have a “clever angle” or hidden agenda but that is honest, melodic and sweet. a rare thing these days.” dem ist für „the art of hanging out“ eigentlich nichts mehr hinzufügen.
(cs)

www.revolver-club.de


 

Francis MacDonald hat in seinem Leben viel erreicht. Als Gründer der BMX Bandits und Schlagzeuger von Teenage Fanclub hat er mehr als einen Fußabdruck in der Geschichte der schottischen Popmusik hinterlassen. Als sei dies nicht genug, stolpert er nun mit seinem Soloprojekt Nice Man & The Bad Boys zur Tür hinein und präsentiert feinsten Gute-Laune-Pop mit einem kleinen melancholischen Augenzwinkern. Soweit der Waschzettel. Und die Jungs und Mädchen von Firestation Records haben recht. The Art Of Hanging Out ist ein locker-flockiges Sommeralbum geworden, welches durch seine leichte Stimmung überzeugt und genau dann richtig gut ist, wenn die Gitarren jaulen und Francis MacDonald mit seiner schleifenden Stimme humorige Geschichten über das Leben erzählt. Wer hat sich noch nicht gewünscht, ein Tamburin zu sein, um die Finger des/der Angebeteten auf seiner/ihrer Haut zu spüren? Dieses Album wird sicher keine neuen Fans gewinnen, jedoch alte mehr als glücklich machen. 9 / 10

www.soundmag.de/reviews



Es ist wohl nicht vermessen, Nice Man alias Francis Macdonald als lebende Legende zu bezeichnen. Der Mann aus Glasgow war der Gründer der famosen BMX Bandits, trommelt für den Teenage Fanclub und betreibt, fast nebenbei, mit Shoeshine Records noch eines der wichtigsten, schottischen Indie-Labels. Und doch hat der Mann scheinbar Zeit, sich mit seinen Bad Boys noch Soloaktivitäten zu widmen. Wie bereits auf dem ersten Longplayer "Sauciehall And Hope" ist die Musik der Jungs erwartbar und hat exakt die Qualität, die man von Ikonen aus Glasgow kennt. So gibt es auf "The Art Of Hanging Out" feinen Gitarrenpop mit gehörigem Westcoast-Touch. Mal ein wenig erhaben wie in "Forever Is A Long Time Without You" oder powerpoppig wie "Pretty Brown Eyes" oder "Punk Rock Girl". Langweilig wird es nie. Dafür sorgen allein schon Francis' Texte, die den beschriebenen verpassten Chancen und verflossenen Lieben immer noch etwas heiteres abgewinnen können. Das ist schön und traurig zugleich. Mit "The Art Of Hanging Out" belegt Francis Macdonald eindrucksvoll, dass er eben mehr ist als der Trommler von Teenage Fanclub. Hier ist vielmehr ein begnadeter Songwriter am Werk. Wunderbar!

Carsten Wilhelm

www.gaesteliste.de


 

auf dem cover sieht man 4 junge männer fröhlich und scheinbar unbeschwert ins nirgendwo laufen. hinter ihnen liegt schon ein weiter weg, der sicher nicht immer einfach war. doch zu diesem zeitpunkt muss man die losgelöstheit bis aufs kleinste detail genießen.
die wichtigste frage kann nur lauten: "wie schön können vom morgentau benetzt gräser sein." einer antwort bedarf diese frage jedoch nicht. ich glaube wir sehen das alle genauso. ganz ähnlich wie dieses bild fühlt sich auch die musik von nice man & the bad boys auf ihrem album "the art of hanging out (firestation records / alive / 25.11.05) an. 15 kleinode plus 3 bonus tracks, die behaglich und entspannt klingen und zudem melodien für millionen enthalten. das ganze wirkt ziemlich unspektakulär und, für schotten, gewohnt zurückgelehnt. hätte der songwriter francis mcdonald nicht schon bei teenage fanclub gepielt und dort die perfektion des popsongs gelernt, man würde sich wundern wie er so viele schöne lieder aus dem ärmel schüttelt.
diese cd ist jedoch nicht nur für fans von schottischer popmusik. viele nada surf anhänger würden sich bei dieser musik sicherlich auch geborgen fühlen. somit ist nur zu hoffen, dass von den nice man & the bad boys noch mehr musik veröffentlicht wird und nicht wie im letzten lied "nice man rip" angekündigt wird, das ganze schon zu grabe getragen

rote raupe


 

Francis Macdonald hat einst die BMX Bandits ins Leben gerufen und später beim Teenage Fanclub getrommelt und ist also für die schottische Popszenerie ein durchaus bedeutender Mann. Auf „The Art…“ ist weich gesungener Gitarrenpop mit Indie-Sozialisation, zarter Punk mit unerwarteten Melodien. **1/2

Rolling Stone


 

Zu Francis MacDonald gibt es derart viel zu sagen, dass man sich das auch sparen kann, zumindest im Rahmen einer Plattenkritik. Mr BMX Bandits ist vermutlich nicht ausgelastet im Kreise seines Teenage Fanclub. Das ist angesichts des gemächlichen Arbeitstempos der mittlerweile leicht ergrauten Herren auch nicht weiter verwunderlich. Doch hat auch dieses Album einiges an Zeit verschlungen. Aufgenommen wurden die 18 Stücke von „The Art Of Hanging Out“ bereits im Winter 2003. Und erst jetzt, ganze zwei Jahre später, halten wir die CD in Händen. Gut abgehangen, meine Herren. Das gilt dann auch und vor allem für die Musik. Die ist zwar bei Weitem nicht so fett produziert wie das letzte Fanclub-Album. Aber gerade das ist es, was die Sache auszeichnet. Von der Fülle an Lebensweisheiten – „Love is a game to play / And games should be fun“ – mal ganz abgesehen. Da kommt man schon mal ins Schmunzeln. Und das ist okay. Tragisch hingegen ist, dass das Album ebenso wie „Man Made“ wohl nicht aus der „special interest“ Ecke herauskommen wird. Wer Bescheid weiß, ist dabei. Und der Rest? Ja, was macht eigentlich der Rest? Keine Zeit für niveauvolle Popmusik?

 Komakino Mag


 

Bislang dachte man ja, der einzige Musiker, der sein Album rechtmäßig "The Art Of Hanging Out" betiteln darf, muss einen dicken Schnauzbart sein Eigen nennen und auf den Namen Brant Bjork hören. Umdenken. Denn hier kommt ein Mann, dem die Erlaubnis nun ebenfalls rechtmäßig erteilt wird, und der sich nebenbei auch ohne Rotzbremse schön fühlt: Nice Man. Vor allem aber verbirgt sich hinter dem Pseudonym Francis MacDonald ein Mann, der als Gründungsmitglied von Teenage Fanclub sämtliche Gebrauchsanweisungen für den perfekten Indie-Popsong nicht nur studiert, sondern selbst mit verfasst hat. Wer das grandiose Debütalbum "Sauchiehall & Hope (A Pop Opera)" von 2002 im Veröffentlichungstrubel übersah (und das dürften die meisten gewesen sein), der lausche nun zunächst seinem meisterlichen neuen Output und besorge sich als Nachschlag den Erstling.Fakt ist nämlich, dass das mit Unterstützung seiner Begleitband The Bad Boys entstandene "The Art Of Hanging Out" erneut ein großartiges Gitarrenpopalbum ist, wenngleich kleinere stilistische Veränderungen zu verzeichnen sind. Wilderte der Schotte vor drei Jahren noch maßgeblich in einem Feld, auf das die Lemonheads in den 90ern Hoheitsansprüche stellten, darf nun auch mal heftigst rückgekoppelt oder ein zartes Piano-Instrumental eingestreut werden.Unverändert ist zum Glück Nice Mans geradezu verschwenderischer Umgang mit Hit-Melodien geblieben, die er vom fünfeinhalbminütigen Opener "Forever Is A Long Time Without You" an auf den Hörer loslässt. Die vielleicht stärkste Nice Man-Komposition lebt vom Kontrast der weichen Stimme MacDonalds zur ungewohnt straight gespielten Rockgitarre. Geblieben sind auch Zitate, die von den allgegenwärtigen Teenage Fanclub über den ironischen Geschichtenerzähler Jonathan Richman bis hin zu den Beach Boys reichen. Kurz: ein Power Pop-Manifest.Ob "One Minute Of Your Time", das nach vierzig Sekunden ins zackige "Punk Rock Girl" übergeht, die herrliche Akustiknummer "Rain Rain Rain", "Cayo" oder "Cheeky Love"; MacDonald spart an so gut wie keiner Stelle mit Musterbeispielen harmonischen Gitarren-Pops und verhindert im Gegensatz zu Adam Green durch variationsreiches Songwriting das Selbstplagiat.Vertrieb sich der Glaswegian auf dem Vorgänger noch die Zeit mit "daydreamin' about girls that I can't have", so weiß er nun: "Love Is A Game For Two To Play". In dem mit schickem Chuck Berry-Gitarrensolo angereicherten Song bringt er es auf den Punkt: "Love is a game and games can be fun". Was sonst noch alles Spaß macht, es findet sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auf "The Art Of Hanging Out". 4/5

Michael Schuh

Laut.de


 

Na, da hat er schon recht, der gute Francis McDonald. Abhängen ist eine Tätigkeit, die wohl gelernt sein möchte. Gerade beim gepflegten Nichtstun läuft man Gefahr, in einen der unzähligen Fallstricke zu geraten. Mit etwas Pech beginnt man, sich zu langweilen. Oder - noch schlimmer -, man entwickelt plötzlich doch so etwas wie eine gewisse Aktivität. Also, merken: Wer abhängt, darf sich höchstens von Zeit zu Zeit einen Drink mixen oder eine Zigarette anzünden. Das Äußerste ist der Griff zu einer Schale mit Knabberzeug. McDonald, der sich hinter dem Bandnamen Nice Man & The Bad Boys verbirgt, kann sich das Abhängen leisten. Er hat zumindest für die schottische Popmusik genug getan, war Gründungsmitglied der Semi-Legende BMX Bandits, saß bei der Voll-Legende Teenage Fanclub an den Drums und gründete nebenher ein etwas abstruses Label namens Shoeshine Records.
Wer seine Vita einigermaßen verfolgt hat, kann sich denken, wie "The Art Of Hanging Out" in groben Zügen klingt. Hier wird ein Pop zelebriert, der strikt nach der B-Regel funktioniert. Bedeutet: Bands, die mit B beginnen, sind im höchste Maße lobenswert. Zu nennen seien hier vor allem Big Star, die Beatles und die Byrds. Na gut, Selbstreferenz ist in Ordnung, deshalb: Ja, auch die BMX Bandits. Also alles Standartenträger der Harmonie, Gruppen, die wir mit Satzgesang und Sommertagen am Strand verbinden. Verschmolzen wird das mit einer Kernigkeit, die wir eher von den Undertones oder den Buzzcocks kennen. Der Volksmund nennt dieses Feld Powerpop, und viele Bands durchpflügten es in der Vergangenheit. Was Nice Man & The Bad Boys hervorhebt, ist eine wunderbare Kombination aus oben näher erläuterter Gelassenheit und Humor. McDonald schreibt seine Lieder, wie einer, der so viel Hunger nicht mehr hat, sondern Erlebtes und Gesehenes Revue passieren lässt, aber gleichzeitig immer noch an die Macht der Liebe glaubt. "Let's Have A Meaningful Relationship" und "Love Is A Game For Two To Play" heißen dann auch zwei der schönsten Songs, in anderen wäre er gerne das "Tambourine", auf dem eine uns nicht näher bekannte Dame nicht etwa wild herumschlägt, sondern mit viel Gefühl arbeitet. Ein kleiner Romantiker also. Aber nicht einer dieser schmierigen Kerle, die gleich mit Rosen oder einem Cabriolet daherkommen. Warum auch - gute Frauen stehen schließlich auf Männer, die ihnen ab und an einen Drink mixen. Bewertung: ausgezeichnet

Jochen Overbeck

Teleschau – Der Mediendienst


 

Wunderbar abgehangener, dennoch äußerst abwechslungsreicher Gitarrenpop vom schottischen Indie-Tausendsassa und Teenage Fanclub-Drummer FRANCIS McDONALD.

Vor wenigen Wochen noch sorgte er als Drummer der legendären schottischen Gitarrenpop-Heroen TEENAGE FANCLUB für einen wahrlich grandiosen Gig im Berliner Postbahnhof (Konzertbericht), da legt er mit seinem Soloprojekt NICE MAN & THE BAD BOYS und dem Auftritt am 10.12.05 im Magnet Club sowohl albumtechnisch als auch live gleich mal ordentlich nach.
Als Gründer der BMX BANDITS, Initiator des Shoeshine Records-Labels und eben TF-Drummer ist McDONALD definitiv ein big name in schottischen Indie-Zirkeln, und als wollte er dem allen nun noch eins draufsetzen, beweist er mit The Art Of Hanging Out nun auch als Sänger und Gitarrist (plus Bandunterstützung) ein meisterliches Songwriting-Händchen, ohne seinen angestammten Platz an den Drums allerdings gänzlich aus der Hand zu geben.
Den ersten Songs des Albums ist ohne Umwege die Verwandtschaft zu den Glasgower Indie-Helden anzumerken, fast so, als wären sie den Sessions zu deren fantastischem, diesjährigem Comebackalbum Man-Made entsprungen. Durchaus sympathisch, dass Mc Donald nicht auf Teufel komm raus um eine krampfhafte Abkehr vom bekannten Fannies-Sound bemüht ist und in Songs wie 'Forever Is A Long Time Without You', 'Lines' oder 'Tambourine' in äußerst relaxter Abhäng-Laune auf mehrstimmigen Harmoniegesang, wohlige Akkordfolgen und natürlich generell glorreiche 60s-Anleihen setzt und somit die Kunst des gepflegten Herumhängens adäquat vertont, ohne dabei auch nur ansatzweise in langweiliges oder gar autistisch anmutendes Gegniedel abzudriften. Zudem bestechen auch die Lyrics durch ein Höchstmaß an charmantem (und oftmals schwarzem) Humor.
Doch spätestens mit den ziemlich rockigen 'One Minute Of Your Time' und 'Punk Rock Girl' wird der zunächst etwas vorhersehbare, relativ schnökellose und gemütliche Pfad des wohlklingenden Gitarrenpop dann auch mal verlassen, und im wunderbar dreampopiggen und teilweise feedbackgetränkten 'Mine Mine Mine' oder dem forsch-treibenden, orgeligen Instrumental 'Nice Man RIP' lassen sich gar eindeutige Jesus And Mary Chain- und Stereolab-Einflüsse bzw. Reminiszenzen ausmachen, was diesem insgesamt wunderbar lässigen und reifen Gitarrenpop-Album auch immer wieder überraschend abseitige, spielerische und einfach aufregende Noten verleiht.

Thomas Stein

Bands In Berlin



Gerade erst war Francis Macdonald mit seiner "Zweitband" Teenage Fanclub als Drummer in Deutschland auf Tournee, da steht schon das zweite Album seines „Solo“-Projekts an. Mit den BMX Bandits, Ben Vaughn oder The Pastels hat der Schotte in der Vergangenheit neben Teenage Fanclub gespielt, den Humor von Jonathan Richman und die präzisen Popqualitäten der Ramones bewundert er – keine Überraschung also, dass all diese Künstler in Francis' knackigen Indiepopsongs anklingen. Melodiöser Gitarrenpop mit einem Hauch DIY-Charme, wer könnte da widerstehen?
****

Westzeit


 

Der nette Mann und die bösen Jungs, das mutet wie der Titel eines vermeintlich spannenden Jugendbuches an. Und der nette Mann, der ja eigentlich Francis MacDonald heißt und Gründungsmitglied bei The Teenage Fanclub war, bietet auch irgendwie ein vertontes Jugendbuch an. Juvenil wird durch allerlei schönen Indiepop geschippert. Nie zu aufregend in Gedenken ob der jungen Leserschaft, dafür aber mit einer ordentlichen Portion Liebe und Schönheit. Zarte Pianoklänge erweitern den musikalischen Kosmos, was gar so weit führt, dass sich ein Klavier basiertes Instrumental auf diesem Album befindet.
Und nur selten scheinen die bösen Jungs sich gegen den netten Mann durchzusetzen. Herrlich hierbei „Mine Mine Mine", das mit den feedbackenden Gitarren und dem unwiderstehlichen Pop Appeal mich als alten Yo La Tengo Fan gleich begeistern kann. Auch bei dem unter einer Minute Kracher „One Minute Of Your Time", das an eine verschollene frühe B-Seite der Foo Fighters erinnert, haben die Bad Boys frech in die Saiten gegriffen und treiben es auf die Spitze, wenn sie den Song in das verdammt ähnlich klingende „Punk Rock Girl" übergehen lassen. Einfallslosigkeit mag man hier dennoch nicht vorwerfen, dafür ist doch einiges auf diesem Album zu entdecken. Vielmehr lächelt man und ist sich gewiss, dass MacDonald sich ob der Ähnlichkeit mehr als nur bewusst war.
Überhaupt, wie könnte man hier drauf kommen, dass Einfallslosigkeit nur an einer Stelle druchbrechen könnte? Hier wird im Rahmen des Indiepops alles mögliche angeschnitten. Sei es das Rockige in den schon erwähnten „One Minute Of Your Time" und „Punk Rock Girl", die folkige Ballade „Rain Rain Rain", die poppig Beach Boy’esken Harmonien in „Love Is A Game For Two To Play " oder das ebenfalls bereits erwähnte Instrumental „Bambino". Und natürlich scheinen auch immer wieder die eigenen Bands Teenage Fanclub und BMX Bandits durch. Wieso auch nicht?
Ebenso verständlich ist das Thema vieler Songs: Die Liebe.
Denn „Forever Is A Long Time Without You" und überhaupt „Love Is A Game For Two To Play" und sei es nur „Cheeky Love". „Pretty Brown Eyes" kriegen die „Lazybones" immer wieder in Bewegung. Eine Platte die auch in winterlich kalter Zeit Spaß macht. Vor allem im Song „Tambourine", wo MacDonald davon träumt, ein Tambourin zu sein, um die zarten Finger auf seiner Haut zu spüren. Letztendlich landet dieses Album nach Zwischenstationen in Spanien (bei Zebra Records), Glasgow (MacDonalds eigenem Label Shoeshine Records) nun dank Firestation aus Berlin endlich hierzulande. Fein!

Nillson.de



... Bad Boys Weder dumm noch faul

Ein altes Rock-Klischee besagt, dass Schlagzeuger meist etwas unterbelichtet und dazu reichlich faul sind.

Als wolle er diese Behauptung ganz im Alleingang widerlegen, hat Francis MacDonald (Foto), Drummer der Britrocker Teenage Fanclub, gerade sein Soloprojekt Nice Man & The Bad Boys an den Start gebracht. Seine neue CD "The Art Of Hanging Out" ist nicht nur musikalisch sehr gelungen, sondern überzeugt dazu mit cleveren Texten. Und um auch den zweiten Teil des gängigen Vorurteils auszuräumen, präsentiert sich der Mann nur wenige Wochen nach der letzten Fanclub-Tournee schon wieder in Deutschland.

Hamburger Morgenpost



Herkunft:
GB, Glasgow
Info: Der "Nice Man" ist Francis McDonald. Na, wer war das noch gleich? Klar, der Drummer einer der besten Bands, die Schottland je hervorgebracht hat: Teenage Fanclub. Ein bedeutendes Indie-Pop-Label hat er auch bereits gegründet: Shoeshine Records. Und dieser Tage befindet er sich mit seinem neuesten Bandprojekt, "Nice Man & The Bad Boys", auf Deutschlandtournee

So klingt die Platte: Dem Titel "The Art Of Hanging Out" entsprechend. Schotten-Pop-Singalongs wie aus dem Bilderbuch, dazu clevere, schwarzhumorige Texte.
Sehr empfehlenswert.
Bester Song: "Cheeky love" / "Let's Have A Meaningful Relationship" (Bonustrack)

Neon-Online


 

Als im letzten Jahr Francis MacDonald als Headliner für das Wir sind fucking Independent-Festival in Köln angekündigt wurde, war der Pilgerzug sofort zusammengestellt.
MacDonald war und ist schließlich der Schlagzeuger vom Teenage Fanclub, somit also eine Legende und unbedingt sehenswert.
Was der Schlagzeuger vom Teenage Fanclub macht, wenn er solo auftritt, wussten wir nicht. Vielleicht spielt er ja Teenage Fanclub-Lieder alleine auf dem Schlagzeug, meinte der Streber in der Ecke und wurde mit Papierknäueln beworfen.
Im Backstageraum des Blue Shell lag also ein Mann auf der Couch, der den ganzen Nachmittag und Vorabend über schlief. Das muss er also sein. Auf keinen Fall wecken, damit er nicht schlecht drauf kommt.
Was das am Abend für ein Fest werden würde. Er live. Solo.
Francis MacDonald spielte alleine auf seiner Gitarre (ohne Schlagzeug) wundervolle Lieder. Wir lauschten, lächelten und huldigten.
Nach dem Konzert haben wir glücklich die Aftershow-Party aufgesucht, schütteten diese winzigen Kölner Bierportionen in uns rein und bewarfen uns mit Bierdeckeln.
Wir hatten Großartiges erlebt (großartig war übrigens auch, dass ich beim Überqueren des Platzes, wo sich die Konzertörtlichkeiten Stereo Wonderland und Blue Shell befinden, beim Warten an der Ampel auf dem Gehsteig einschlief. Beware of Kölner Ampelschaltungen!).
Schließlich: Er klingt ein bisschen wie der Teenage Fanclub. Und das alles, was wir hören wollten.
Francis MacDonald nennt seine Band jetzt Nice Man & the Bad Boys. Wunderbar.
Und die Platte klingt wie ein Teenage Fanclub-Fanclub.
Diese herrlichen Harmonien, das Uuuuh-uhhh-uhhh von der zweiten und dritten Stimme im Hintergrund und dieses Lächeln, dass es einem aufsetzt.
„Forever is a long Time without you“ ist eine astreine Teenage Fanclub-Nummer. “Let´s have meaningful Relationship“ ist der große Hit (war im letzten Jahr schon auf dem Pop You 4-Sampler vertreten). “One Minute of your Time” und “Punk Rock Girl” sind zwei schnelle nahezu ineinander übergehende Teenage Fanclub-Punknummern (ähnlich “Radio”).
Der Rest bietet große Momente in kleinen Lieder („Hey Slinky“, Lazybones“), die teilweise noch nicht mal ganz fertig klingen (und genau das hat großartige Bands wie Guided by Voices ja auch immer ausgemacht).
The Art of hanging out ist eine Platte, wie sie nur ein riesiger Teenage Fanclub-Fan machen könnte. Oder einer vom Teenage Fanclub selber.

säm PittiPlatsch3000.de


 

Eigentlich ist Francis McDonald nicht gerade ein Mensch, von dem man annehmen würde, er habe etwas zur Kunst des Nichtstuns zu sagen - immerhin hat der Mann erst die BMX Bandits (und damit quasi den schottischen Indiepop an sich) gegründet, sich dann hinter den Trommeln von Teenage Fanclub versteckt, und als auch das nicht mehr genug Schufterei war, mit Nice Man und Shoeshine Records eigene Band respektive Label ins Leben gerufen. Nichtsdestotrotz hört man McDonald gern zu, wenn er auch auf ‚The Art...' nicht mehr ganz so mit großen Melodien um sich zu schmeißen weiß wie noch auf dem Vorgänger ‚Saunchiehall And Hope.' Als kleine Enschädigung erscheinen dafür aber ausgerechnet auf dem deutschen Release drei Bonustracks, darunter zwei nochmals runtergerechnete Demos. Faul ist anders.

Friedrich Reip  uncle sallys