FST 066   THE HONEST JOHNS - METEOR

 Tracklist:

                        Judas in me singing

                        Around & around

                        Perfect girl

                        Giant

                        Hollywood affair

                        Faith

                        Sister

                        Two dead Marias

                        Dust and lungs and wings

                        Sunday city misery

                        Swans

                        Winding road

 

Das Berliner Label Firestation Records ist eine bekannte und geschätzte Adresse in Sachen Indie-Pop. Besonders erfreut hier die Tatsache, dass die Macher gleichzeitig auch Fans sind und Platten aus dem Backkatalog veröffentlichen, mit denen sich wahrlich kein Geld verdienen lässt. Aber was täten wir ohne solche selbstlosen Trüffelschweine der Pophistorie. Wir hätten wahrscheinlich eine Band wie die an dieser Stelle jüngst besprochenen Johnny Says Yeah schlichtweg verpasst und auch von den Honest Johns aus dem englischen Tyneside würde keiner mehr Notiz nehmen. Bei "Meteor" handelt es sich um eine Sammlung von Stücken aus den Jahren 1986-1990. Wir erinnern uns: Die Housemartins feierten mit ihrem Beat-Schrammel-Pop Chartserfolge, unzählige englische Bands veröffentlichten eine tolle Single nach der anderen und man kam mit dem Schwärmen gar nicht mehr nach. Der Begriff "Northern Soul" war noch nicht richtig erfunden, aber Bands wie die Honest Johns machten genau so etwas. Einen Song wie "Judas In Me Singing" hätten auch Paul Heaton & Co. nicht besser hinbekommen. Eine Platte für Nostalgiker und solche, die es werden wollen. Und dass man manche Songs auch in der Indie-Disko deines Vetrauens spielen könnte, sei nur am Rande erwähnt. Also ruhig mal dem DJ über den Tresen reichen und zwischen "Homeboy" von Adorable und "This Is Not A Song" von den Frank & Walters spielen lassen. Das passt.


www.gaesteliste.de
-Carsten Wilhelm-
 

einmal hören und der fall scheint klar: 80’er jahre indiepop, der sich sehr seinem housemartins-fantum hingibt. ganz nett, aber es bleibt irgendwie nichts hängen.
bevor wir uns dem großen ABER widmen, erst mal die fakten. the honest johns kommen aus newcastle und haben während ihrer ersten schaffensphase von 1986 bis 1990 gerademal eine single veröffentlicht. man kann also nicht gerade von einer langen produktiven bandkariere sprechen. anfang der 90’re jahre war dann auch erst mal schluß. bis sich 2001 das berliner firestation label meldete und nach songs für die „the sound of leamington spa“ reihe anfragte. also wurd
en 16 songs über den kanal geschickt, von denen sich dann auch ’judas in me singing’ auf dem zweiten teil des besagten sampler wiederfand. bleiben also noch 15 songs. 11 davon, plus ’judas in me singing’, finden sich auf dem jetzt erschienenen album ’meteor’ wieder. die damen und herren von firestation scheinen also beeindruckt.
wo wir auch schon beim großen ABER angelangt wären. was beim ersten und zweiten hören einfach so durchrauscht, entwickelt nach mehrmaligen hören kontur. wenn man dann noch den “housemartins-plagiats-vorwurf“, vorwurf sein lässt, entwickelt sich ’meteor’ zu einem mehr als hörenswertem Album.
beispiele...? aber gerne: ’hollywood affair’ ist einfach nur schön. ’two dead marias’ ein kleiner hit. ’dust and lungs and wings’ mal nicht nur housemartins, sondern mindestens zur hälfte go-betweens, plus eine in schlichter künstlichkeit schon fast an minimal techno erinnernden basslinie!? sowieso fragt man sich des öfteren: „wollten die das so, oder ist das alles nur totaler zufall?“ wie z.b. bei ’sunday city misery’, das durch die eher mäßige produktion, wie ein entspannter lofi-song daher kommt, der auch dem letztem adam green-album gut zu gesicht gestanden hätte. man weiß es nicht. genauso, ob die auf ’winding road’ erzeugte bauernhofidylle schlechtem geschmack oder einer gehörigen portion ironie zuzuschreiben ist. eigentlich auch egal.
es bleibt festzuhalten: es gibt viel zu entdecken, und ob das nun gut oder schlecht, zufall oder nicht ist, muß jeder selbst entscheiden. vielleicht bringt auch das ende 2005/anfang 2006 erscheinende neue, erste reguläre album der honest johns licht ins dunkel. die heute etwas älteren herren haben sich nämlich, im zuge der neu aufkommenden aufmerksamkeit wieder zusammengerauft und angefangen neue songs zu schreiben. man darf gespannt sein.
(jh)

www.revolverclub.de

 

Yet another compilation by an obscure indie-pop band from the late 80's is reeled off the Firestation Records production line. The little German label certainly has a big reputation for leaving no stone unturned in their quest to breathe new life into forgotten bands from yesteryear.
Their exploits this time have taken them to Newcastle and the self proclaimed Kings of Tyneside, the Honest Johns. The CD contains twelve tracks from the golden age of indie-pop (1986-1990), only two of which were released at the time.
There is no denying that the songs are very much of the era, but they tend to veer more towards Spandau Ballet in style than peers such as the Chesterfields, the Groove Farm or the excellent Desert Wolves. It might just be that front man Mark Lawson is a better vocalist than the vocalists in the above mentioned band though!
Of the songs 'Perfect Girl' and 'Two Dead Marias' are probably the strongest but in keeping with all Firestation releases this is a fairly solid collection. Certainly worth adding to any indie-pop collection and the good news is that the band have reformed recently, after over 10 years out of the limelight, and will be back on the live trail early next year. Keep an eye out for them!

Dixie Ernill

 

www.pennyblackmusic.com